Kapitel II – Another new Vamp
Sie gingen zum Auto und stiegen ein. „Sag mal, Ronin, warum fahren wir eigentlich immer mit dem Auto? Ich hab letztens von Vlad gehört, dass wir uns in einen Schatten verwandeln können, und somit ungesehen, und viel schneller vorankommen. Also, warum dieses herumgefahre?“ Sein Meister fuhr unberührt weiter. „Ganz einfach: KANNST du dich in einen Schatten verwandeln? – Nein! Und in der Schattenform erzeugt alles was wir tun eine Schwingung im Kurzwellenbereich. Und BINGO!! Weißt du wie viele Haushalte hier einen Radio besitzen? Die hören diese Wellen als rauschen und knacksen. Was glaubst du denn, warum es vor 50 Jahren noch einen so schlechten Radioempfang bei den Menschen gab? Außerdem mag ich es, die Technik der Menschen zu benutzen. Aber ich sollte mir bald eine neue Menschliche Identität zulegen. Ich bin zu alt für mein aussehen.“ Mit diesen Worten schubste er Timo aus dem Wagen und trat das Gaspedal durch. Als Timo sich wieder aufrappelte, hörte er nur noch einen lauten Knall wie von einer Explosion. Er drehte sich um, und bemerkte sofort, das brennende Autowrack einige hundert Meter weiter.
Drei Monate später…
Timo war gerade dabei seine vierte Schwertkampfstunde zu nehmen, als plötzlich die Tür aufging, und Ronin in der Türe stand. „Guten Abend. Na üben wir auch fleißig?“ Timo stockte der Atem. „Ronin? Ich dachte du wärst tot.“ Ronin lachte. „Und du glaubst wirklich, dass ich von so etwas sterbe? Verdammt, ich bin ein Vampir! Wir sterben nicht daran. Aber wie ich sehe, beginnt das Endstadium deiner Anpassung. Deine Augen haben auch schon ihre Farbe bekommen. „Hä? Meine Farbe bekommen? Meine Augen sind und waren schon immer braun.“ Timo suchte im Raum einen Spiegel, fand aber keinen. Ronin reichte ihm einen Taschenspiegel. „Falls du es noch nicht gemerkt hast, aber deine Augen sind Rot. Und zwar ein schönes Rot.“ Timo blickte voller Schrecken in den Spiegel. „Ich kann morgen aber so nicht in die Schule! Jeder wird merken, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Panisch lief Timo umher. Ronin reichte ihm eine Sonnenbrille. „Die wirst du morgen wohl tragen müssen. Keine Angst, Ich als dein neuer Hausarzt stelle dir später eine Bescheinigung für die Schule aus.“ Mit einem Augenzwinkern verließ er die Trainings Halle. Timo erfuhr später, das Ronin nun eine Identität als Arzt hatte, als er das Artest bekam. Er würde zwar noch Kontaktlinsen bekommen, die seine Ursprüngliche Augenfarbe hatten, aber vorerst musste die „Erkrankung der Sehnerven“ als Entschuldigung herhalten. 13 Stunden und 41 Minuten später. Es ist 8.05 Uhr morgens.
Als Frau Schierling die Klasse betrat kam ihr ein wirklich gut aussehendes Mädchen hinterher. Sie trug eine blaue Jeans und ein schwarzes T-Shirt. Ihre verspiegelte Sonnenbrille machte zwar einen eher komischen Eindruck, aber der verflog rasch. Sie setzte sich auf den einzigen freien Platz in der Klasse, neben Timo. „Guten Morgen, Klasse“, „Guten Morgen, Frau Schierling“ Kam es von der Klasse zurück. „Na, so diszipliniert heute? Das ist ja mal was ganz was anderes.“ Frau Schierling machte eine Pause. „Ich möchte euch heute eine neue Schülerin vorstellen. Hellen Hildes. Kommst du bitte mal nach vorne Hellen?“ Die Schülerin die sich neben Timo gesetzt hatte, stand auf, und ging nach vorne. „Guten Tag, Ich bin Hellen Hildes. Ich habe vorher in Neustadt gewohnt und da mein Vater hier Arbeit gefunden hat, sind wir hierher gezogen. Ich freue mich auf ein gutes Schuljahr.“ Frau Schierling gebar Hellen sich zu setzen. „Hat jemand Fragen?“ Hinten hob Andreas die Hand. „Warum nimmst du deine Sonnenbrille nicht ab?“ Frau Schierling antwortete anstelle von Hellen. „Hellen hatte vor einigen Wochen eine Augen OP daher sind ihre Augen noch sehr Lichtempfindlich. Ich bitte euch, das zu berücksichtigen.“ Da keiner mehr Fragen stellte, konnte der Unterricht beginnen. In der ersten Pause ging Timo zur Toilette. Als er seine Sonnenbrille ablegte, um sich die Hände zu waschen ging die Türe auf, und Hellen betrat die HERRENtoilette. Timo sah zu ihr hin, drehte sich aber schnell weg, als sie ihn ansah. „Ähem. Das hier ist die Herrentoilette. Das Damenklo ist im anderen Gang.“ Er trocknete sich die Hände ab, und nahm seine Sonnenbrille auf. Hellen war noch immer da. „Du bist Timo, richtig?“ Timo musterte sie. „Ja, warum?“. Er war etwas verlegen. Noch nie stand er einem Mädchen allein gegenüber. Doch scheinbar war es für sie nicht unangenehm. Eher im Gegenteil. Sie schien es zu genießen. „Ich wollte dich fragen, warum du eine Sonnenbrille trägst.“ Dieser Satz riss Timo aus seiner Trance. „Weil ich entzündete Sehnerven habe, ich…“ Weiter kam Timo nicht. Hellen hatte die Sonnenbrille abgenommen, und zwei hellrote Augen sahen direkt in sein Gesicht. Timo stockte der Atem. „Du… du auch?“ Er nahm seine Sonnenbrille ab, und sah Hellen direkt in die Augen. „Wann wurdest du dem, was du bist?“ Timo wusste nicht, ob er antworten sollte oder nicht entschied sich aber für ein offenes Gespräch. „Vor ungefähr vier Monaten, und du?“; „Vor fasst sechs. Ich habe sofort gespürt, dass du einer von uns bist.“ Timo war verdutzt, “Woher…?”, doch Hellen unterbrach ihn. „Weist du das denn nicht? Jeder von uns hat bestimmte… Fähigkeiten. Mein Meister konnte sich unsichtbar machen, einer der ältesten war ein überaus erfolgreicher Telekenetiker. Ich kann fühlen, wer einer ist, und wer nicht.“
Timo wollte gerade fragen, warum sie das Wort ‘Vampire’ vermied auszusprechen, wurde aber von Hellen wieder unterbrochen. „PSSST. Sag es nicht. Man weiß nie, wer mithört.“ Timo musste lachen. „Wer soll denn hier etwas hören?“ Hellen sah ihn streng an: „Ich musste mit meiner Familie hierher ziehen, weil einer Meiner ehemaligen Klassenkameraden mitbekommen hatte, wie ich und mein Meister uns unterhalten hatte. Du hast ja bestimmt von dem Unfall gehört, bei dem ein Schüler einer der Neustädter Realschulen einen tödlichen Unfall mit einer Tischsäge hatte? Nun, es war leider kein Unfall. Mein Meister hatte ihn verzaubert, und den ‚Unfall’ passieren lassen.“ Timo stockte der Atem. „Warum habt ihr einen…“, doch Hellen unterbrach ihn erneut. „PSSSSSSST!!!! Verdammt. Wenn uns einer hört…“
In diesem Moment ging die Türe auf, und Herr Engel steckte den Kopf herein. „Na, ihr zwei? Ich hab ja vollstes Verständnis für eure junge Liebe, aber bitte nicht hier.“ Mit einem Augenzwinkern schob er Timo und Hellen (die Lautstark protestierten) in den Pausenhof… Dort suchten sie sich eine ruhige Ecke, um sich ungestört zu unterhalten, allerdings kam René wieder in die Quere. „Na wenn das nicht unser Versager mit der Neuen ist. Hey Vollidiot, warum hast du denn eigentlich eine Sonnenbrille auf, die steht mir viel besser.“ Mit diesen Worten stahl er Timo die Sonnenbrille vom Gesicht, und setzte sie auf. Timo konnte gerade noch die Augen schließen. „Verdammt René, gib mir die Brille wieder. Ich hab entzündete Sehnerven. Ich BRAUCH die Brille“ René lachte nur überheblich. „Ich hab gestern den Gips von meiner Hand bekommen, und brenne darauf es dir heimzuzahlen. Und wenn du nichts siehst, ist es umso leichter für mich.“ Er wollte gerade zuschlagen als Hellen dazwischen trat. „Gib mir die Sonnenbrille.“ René war für einen kurzen Moment verwirrt. Aber dann grinste er wieder. „Ach, sag bloß du findest diesen Versager toll. Komm Schätzchen, lass den sausen und komm mit.“ Hellen machte ein angewidertes Gesicht. „IM LEBEN NICHT! Und wenn du mir die Brille nicht gibst, dann hol’ ich sie mir!“ Hellen wollte sich gerade auf René stürzen, als sie Timo zurückhielt. „Lass es, ich mach es wenn schon selber.“ Er sah René in die Augen, wobei der einen erschrockenen und Ängstlichen Eindruck machte. „Was ist denn mit dir los? Deine Augen…“ Timo war wütend. „JA, MEINE AUGEN! SO SIEHT ES AUS, WENN DU EINE SEHNERVENTZÜNDUNG HAST, UND JETZT: GIB-MIR-MEINE-BRILLE.“ René riss sich die Sonnenbrille vom Gesicht. „Hol sie doch!“ Als er das gesagt hatte, flog die Brille schon Quer durch den Hof. Hellen rannte los. Hob die Sonnenbrille auf, und gab sie Timo wieder. Aber der setzte sie nicht auf. Er sah René Eindringlich an. „Wenn du mich noch einmal Belästigst, dann mach ich dich kalt.“ René sah in Timos Augen, und wusste, er sollte die Drohung ernst nehmen. Denn selbst er konnte Timos Hass in seiner Stimme hören und in seinen roten Augen sehen. Hastig drehte er sich um, und verschwand. Timo setzte die Brille wieder auf. Er reichte Hellen die Hand: „Willkommen im Club der Ausgestoßenen.“ Hellen sah ihn verwundert an. „Wie bitte?“ Timo: „Naja, du hast mir geholfen, also bist du eine die gegen René ist, und somit bist du eine ausgestoßene. René wird in der Klasse üble Gerüchte über dich verbreiten, und du wirst von allen anderen als eine Asoziale angesehen.“ Hellen: „Na toll. Mein erster Tag, und ich hab schon Probleme. Ich glaub ich muss mir diesen René mal vornehmen.“ Timo: „Tu das nicht. Wenn du dich mit ihm anlegst, dann macht er dich fertig. Er wird deinen Ruf so Ruinieren, dass du freiwillig die Schule verlässt, oder zu ihm gekrochen kommst.“ Hellen: „Du kennst mich noch nicht. Deswegen weißt du nicht, wozu ich fähig bin. Ich werde ihn mir mal vorknöpfen.“ Als die Schulglocke zum Pausenende läutete machte Hellen sich mit einem fiesen grinsen im Gesicht auf in Richtung Klasse. Und da begannen schon Renés Gerüchte zu sprießen. „Hast du gehört? Die neue! Ja, die soll drogenabhängig sein.“ – „Echt? Ich hab gehört, sie ist von ihrer alten Schule geflogen, weil sie es mit dem Direktor getrieben hat, um ihn zu bestechen.“ Hellen hörte diese Gerüchte auch, und ihr grinsen wurde nur immer breiter und düsterer. Timo wollte gar nicht wissen, was sie mit René anstellen würde. Was es auch war, es würde gemein sein, soviel konnte er aus Hellens Gesichtsausdruck lesen.
Ab selben Abend. Es ist 22 Uhr. In einer Seitengasse wartet ein fast unsichtbarer Schatten. Man konnte ihn nur sehen, wenn man wusste dass da jemand war. René war auf dem Heimweg von seinen Kumpels. Er bog in die Seitenstraße ein, und war in Gedanken schon zuhause, als ihn jemand von hinten packte und ihm ein Messer an die Kehle hielt. René wurde sofort Stocksteif. „hab ich dich endlich…“ der Unbekannte drückte die Klinge fester an Renés Hals. „Was willst du?“ die Angst war in Renés Stimme deutlich zu hören. „Wenn ich nicht nach Hause komme, dann werden meine Eltern vollends am Rad drehen. „Die unbekannte Gestalt Kicherte leise. „Die alte Geschichte, mir den Angehörigen oder Freunden die glich den Teufel an die Wand malen. Darf ich dir was sagen? Jeder kümmert sich nur um sich! Wenn deine Eltern die Polizei rufen, dann höchstens erst in ein paar Tagen, und dann liegst du schon auf dem Grund des nächsten Flusses. Also lass die leeren Drohungen.“ Ein leises Lachen begleitete die letzten Worte. „Du hast in deiner Schule einige Üble Dinge in Umlauf gebracht. Wenn du das nicht Rückgängig machst, werde ich mit dir einige Dinge anstellen, die du NIEMALS vergessen wirst. Und glaub mir, es gibt schlimmere Dinge als den Tod.“ Rene stutzte. „Jetzt hast du dich verraten. Du bist die neue aus der Schule. Ich werde dich kriegen. Du wirst dir wünschen, nie geboren worden zu sein.“ Wieder kicherte die Gestalt leise „Ich glaube nicht das du in der Situation bist, Drohungen auszusprechen. Vergiss nicht WER von uns beiden nur mal zu zucken braucht um den anderen die Kehle durch zuschneiden. Aber keine Angst solange du still bist, wird dir nichts passieren. NOCH nicht. Aber wenn du morgen aufwachst, wirst du schon wissen, was ich meine. Übrigens, um eines Klar zu stellen, ICH weiß wie es ist, zu sterben.“ Nach diesen Worten spürte René einen stechenden, aber angenehmen Schmerz an seinem Hals, und er kam erst am nächsten Morgen in seinem Bett wieder zu sich.
