Kapitel IV – The Meryth Implantation
Ohne ein Wort zu sagen packte er Timo, setzte ihn auf einen Stuhl, und schnallte ihn fest. Alles ging so schnell, das Timo nicht einmal lautstark über Vlad schimpfen konnte. Erst als Vlad ein Messer zog, setzte Timo zu einem Widerspruch an, doch Vlad kam ihm zuvor. “Ich werde dir schon nicht weh tun, zumindest nicht absichtlich.” Timo stöhnte. Sein Wort in Gottes Ohr. Vlad fügte ihm mit dem Messer eine circa Zehn Zentimeter lange Schnittwunde zu. Er musste die Klinge präpariert haben, denn er spürte keinen Schmerz und die Wunde schloss sich nicht. Danach schlurfte Vlad in einen angrenzenden Raum und kam mit einem großen, grau schimmernden, quadratischen Block zurück. Timo wusste, das war Meryth. Vlad schleppte da gerade über 80 Tonnen Gewicht mit sich herum. Vlad hielt den Block gerade so über Timos Wunde, dass das Meryth gerade so seine Haut berührte. Plötzlich spürte Timo einen flammenden und beißenden Schmerz. Er schrie! Und flüchtete sich Sekunden später in wohltuende Ohnmacht.
Als er erwachte fühlte er sich wie gerädert. Ronin saß neben seinem Bett. “Was ist passiert?” Ronin sah ihn nachdenklich an. “Ich weiß es nicht. Als das Meryth begann in deinen Körper einzudringen hast du geschrien und bist ohnmächtig geworden.” Timo war verwirrt. “Ist das normal?” Ronin schüttelte den Kopf. “Normalerweise fließt nur ein geringer Teil Meryth in deinen Körper. Es setzt sich an deinem zentralen Nervensystem fest, und dient so als Schnittstelle. Aber bei dir hat es sich um deine Knochen gelegt, und nur ein kleiner Teil sitzt an deinen Nerven. Komischer weise ist aber das gesamte Meryth untereinander, und somit auch mit dir vernetzt. Ich kann mir das einfach nicht erklären.” Er stand auf. „Einige Dinge machen mir erhebliche Sorgen. Weißt du ungefähr, wie viel Meryth ein normaler Vampir absorbiert?“ Timo nickte. „Im Durchschnitt etwa 2-3 Kubik.“ fuhr Ronin fort. „Das meiste Meryth hatte bis vor Zwei Tagen Tepesh. Er ist der älteste und stärkste unserer Art. Er war bisher der einzige, der 10 Kubik absorbiert hatte. Gleich danach kam Ke’szal, ein Werwolf. Er hatte die zweit höchste Menge mit knapp acht Kubik.“ Timo war sichtlich verwirrt. „Wieso ‘bis vor Zwei Tagen’? Was ist denn passiert?“ Ronin sah Timo Lange und nachdenklich an. „Weil du vor Zwei Tagen knapp 40 Kubik absorbiert hast.“
René war enttäuscht. Er hatte sich mehr erhofft. Er stand vor dem Gebäude, in dem Timo vor Zwei Tagen verschwunden war. Es war ein riesiger Büro komplex, allerdings ohne Klingel oder Briefkasten. Es gab keine Hintertür. Innerhalb der letzten Zwei Tage war niemand aus diesem heraus-oder hineingegangen. Das Haar, welches er vor Zwei Tagen an den Türspalt geklebt hatte, war immer noch unverändert an derselben Stelle. Timo war also noch in dem Gebäude. Er fehlte unentschuldigt in der Schule, war seit Zwei Tagen einfach verschwunden, und KEINE SAU KÜMMERTE SICH DARUM! Irgendetwas war hier im Busch und er würde herausfinden was! Wenn das ein Spiel war, um ihn zu ärgern, würde er mitspielen, aber nach seinen Regeln! Er lief nach Hause. Ihn ärgerte ihn ohnehin, dass er vor versammelter Klasse hatte zugeben müssen, sich die ganzen Dinge über Timo und Hellen nur ausgedacht zu haben, aber er würde seine Rache schon bekommen. Wie war das Sprichwort? Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird. Oh ja! Seine Rache würde kalt sein. EISKALT! Das schwor er sich
Während René Rachepläne schmiedete, ließ Hellen sich gerade das Abendessen munden. Nachdem sie ihren leeren Blutbeutel entsorgt hatte, nahm sie sich ein Buch aus dem Regal. „Harry Potter…“ dachte sie. „Warum müssen wir ausgerechnet darüber ein englisches Referat halten? Also dann, kämpf ich mich halt durch.“ Sie legte sich bäuchlings auf ihr Bett, und begann zu lesen. Doch immer wieder schweiften ihre Gedanken zu Timo ab… er war der einzige ihrer Art und in ihrem Alter, der hier Lebte. Zugegeben er war zwar ziemlich schüchtern, aber sie glaubte, sie konnte ihn ein wenig aus der Reserve locken. Und schlecht aussehen tat er auch nicht gerade… Wie er wohl unter seinen schwarzen Klamotten aussah? STOP! Hellen rief sich zur Ordnung. Warum hatte sie solche Gedanken? Sie hatte noch nie einen Freund… Warum ausgerechnet er? Hellen drehte sich auf den Rücken. Eigentlich… Ein kleiner Traum konnte niemanden Schaden. Sie löschte das Licht, schloss die Zimmertür, und verkroch sich unter ihre Bettdecke.
Timo stand immer noch wie vom Donner gerührt da. Was war passiert? Er war ganze ZWEI TAGE ohne Bewusstsein? 40 Kubik, das waren über 400 Kilo! Warum Spürte er es nicht? Warum hatte er immer noch sein Körpergewicht von etwas über 78 Kilo? Was zum Teufel war mit ihm los? Fragen über Fragen, und keiner konnte sie ihm beantworten. „Wie konnte es sein, dass er viermal so viel dieses Kristalls in sich hatte als das Oberhaupt aller Vampire? War er stärker als Tepesh? Was hatte das alles zu bedeuten? Er stand auf. Nachdem er sich angezogen hatte verließ er das Bett, und suchte nach Ronin. Er hatte viel zu viele fragen, die er beantwortet haben wollte. Er fand Ronin im Versammlungsraum. „Ronin, kann ich dich kurz sprechen?“ Ronin sah auf. Da bemerkte Timo, dass auch Vlad und Tepesh anwesend waren. Tepesh schritt auf ihn zu. „Guten Morgen, Timo. Schön, dass du wohlauf bist. Ich muss mit dir reden.“ Timo stutze. Er hatte auf einmal so ein komisches Gefühl in der Magengegend. Irgendetwas sagte ihm, dass er das, was jetzt kam auf gar keinen Fall hören wollte. „Erst mal das weniger wichtige: Deine Schule wurde benachrichtigt. Du hattest einen Kreislaufzusammenbruch, und bist momentan Krank. Das ist also geklärt. Zweitens: Deine Vision die du hattest ist mit den Werwölfen und den anderen Clans diskutiert worden, und wir sind zu dem Ergebnis gelangt, dass sie Dringlichkeitsstufe eins erlangen sollte, da uns bewusst geworden ist, dass du über Fähigkeiten verfügst, die die der anderen weit übersteigt. Drittens, letztens und somit auch wichtigstes: Vlad wird dich komplett auseinander nehmen. Er wird mit dir Tests durchführen, dich durchchecken und alles mit dir anstellen, um herauszubekommen, warum du anders bist, und welches Potential in dir schlummert. Mit der Schule, deinen Eltern und alles andere ist bereits geklärt.“ Tepesh machte auf dem Absatz kehrt und verließ den Raum. Timos Stimmung schwang binnen Sekunden um von „Wissbegierig“ auf „Total Niedergeschlagen“. Allein mit Vlad, dem verrückten Professor. Das wurde eine wundervolle Zeit. Timo schlenderte Richtung Ausgang. Im vorbeigehen bemerkte er noch Vlads freudiges grinsen und sein offenes lächeln. „Wie eine Katze, die gerade eine besonders fette Maus gefangen hat.“ dachte Timo. Es konnte nur noch besser werden, dessen war er sich 100 Prozentig sicher. „Wer bis zum Hals in der Scheiße steckt, sollte den Kopf nicht hängen lassen!“ das waren die letzten Worte die Timo von Ronin vernahm, ehe er die Tür zum Versammlungsraum schloss, und Richtung Zimmer trottete.
Die nächsten Tage waren die reinste Tortur für Timo. Er wurde Gemessen, gewogen, ihm wurde Blut abgezapft, eine Rückenmark probe entnommen, er wurde geröntgt, es wurde eine Computertopographie angefertigt, er wurde an ein EEG und ein EKG angeschlossen, und so weiter. Timo hoffte nur, Vlad würde bald fertig sein. Er machte sich Gedanken um seine Eltern, die Schule und alles andere. Er fehlte jetzt schon seit gut einer Woche. Schließlich war Vlad endlich fertig, doch sein Gesicht zeigte keine Freude über einen Erfolg, sondern eher Resignation. Als sie später mit Ronin und Tepesh im Versammlungsraum saßen, hatte sich Vlads Laune um keinen Deut gebessert. „Nach allem was ich sagen kann, ist er ein ganz normaler Vampir wie wir anderen auch. Ich habe alle Untersuchungen durchgeführt, die mir eingefallen sind. Ich habe sogar seine DNS untersucht, und es sind mir bis auf einen Fall keine Abnormalitäten aufgefallen.“ Vlad zog eine Mappe aus seiner Tasche heraus. Hier habe ich die Untersuchungsergebnisse. Alles im normalen Bereich, wenn man von dem überdurchschnittlichen Merythgehalt absieht, und das EEG überspringt.“ Ronin und Tepesh sahen sich an. „EEG? Was ist damit?“ Vlad seufzte. „Sein EEG zeigt eine weitaus höhere Gehirnaktivität an, als die normaler Menschen und Vampire. Er scheint Bereiche Aktiviert zu haben, die normalerweise keinerlei Aktivität aufweisen dürften.“ Vlad stand auf. „Normalerweise nutzen Menschen ihr Gehirn nur zu 30% Vampire kommen mit ihrer Magieanwendung, der Kommunikation mit dem Meryth, und allen anderen Eigenschaften auf knapp 45% Doch Timo hat es geschafft, 87,6% seiner Gehirnkapazität zu nutzen. Das erklärt auch die weitreichenden Zukunftsvisionen.“ Vlad setzte sich wieder. Tepesh machte ein nachdenkliches Gesicht. „wirkt sich das irgendwie auf seine Persönlichkeit aus?“ Vlad schüttelte den Kopf. „Nein. Soweit meine Forschungen das offen gelegt haben, ist er immer noch der Timo, den wir verwandelt haben.“ Tepesh und Ronin wechselten leise einige Worte miteinander, dann erhoben sie sich. Ronin ergriff das Wort. „Geht irgendeine Gefahr von ihm aus?“ Vlad schüttelte den Kopf. „Dann sehe ich keinen Grund ihn noch weiter zu malträtieren.“ Ronin schritt auf Timo zu. „Ich möchte, dass du alles was dir in nächster Zeit merkwürdig vorkommt, mir Berichtest. Und ich meine wirklich alles. Selbst wenn du nur merkst, dass dich keine Mücken mehr stechen. Einfach alles. Hast du verstanden?“ Timo nickte. Dann zog Ronin eine CD hinter seinem Rücken hervor. „Das ist der von dir verpasste Schulstoff, die Testberichte und einige Dinge, die du über uns noch lernen solltest. Deine Prüfung steht in knapp Zwei Monaten an. Bitte, häng dich rein.“ Er gab Timo die Silberscheibe, und verließ mit Vlad und Tepesh den Raum. Timo dachte über das gerade gehörte nach. Er konnte 87% seines Gehirns nutzen? Hm. Vielleicht wurde es für eigene Experimente langsam Zeit. Er stand auf, und ging in sein Zimmer. Dort lud er alle Dateien, an denen er gearbeitet hatte aus Dem Laptop auf einen Memory stick und packte seine Sachen zusammen. Dann machte er sich auf dem Weg nach Hause. Als er Zuhause angekommen war, schaffte er es genau Zwei Schritte in die Wohnung zu machen, bevor er von seiner Mutter überrannt und in die Arme geschlossen wurde. Sie weinte. „Oh mein Gott, wir haben uns solche Sorgen um dich gemacht! Dein ‘Meister’ hat uns am Telefon nur gesagt, dass es einen Unfall gegeben hat, und du erst noch bei denen bleiben musst. Wir waren Krank vor Sorge.“ Timo ließ das und noch weiteres über sich ergehen. Als endlich wieder Normalität herrschte, verbarrikadierte er sich in seinem Zimmer und schaltete den Computer ein. Nachdem dieser hochgefahren war, legte Timo die CD ein. Er hatte eine Menge fragen, und er würde seine Antworten schon bekommen.
Renés Laune hatte sich nicht gebessert. Ruhig und verschwiegen saß er auf seinem Platz. Hätte Hellen seine Gedanken gelesen, wäre sie bis ins Mark erschrocken. Sie wusste, wie man einen Menschen zerstörte. “Willst du einen Menschen töten, nimm ihm seine Freunde, seinen Lebenszweck, seine Macht. Dann wird er den Rest mit Freuden selbst erledigen.” Das war zusammengefasst das, wonach Hellen ihre Feinde vernichtete. Bei René hatte sie das nicht gewollt, und leider auch nicht bemerkt. Mit seinem erzwungenen Geständnis hatte René auch seine Freunde verloren, welche sowieso nie wirklich echte Freunde waren, aber sie waren ihm ein guter Ersatz gewesen. Seine Macht hatte er auch verloren. Wer glaubte einem Lügner? Nach der Aktion von Hellen lehnten sich sogar schon die Grundschüler gegen ihn auf. Er war am Boden zerstört. Leider war René auch nicht in der Lage, sich von dem Tief wieder zu erholen. Als auch Timo verschwunden war, und er seine Wut nicht mal an ihm auslassen konnte, schweiften Renés Gedanken ins wahnsinnige. Hätte Hellen das Chaos in seinem Kopf gesehen, sie hätte ihr tun bitter bereut. Aber sie würde noch Gelegenheit zum bereuen haben. Renés Gedanken drehten sich nur um einen zentralen Punkt: RACHE. Doch egal wie er es auch drehte und wendete, er kam nicht an Timo und Hellen ran. Timo war der Hauptschuldige. Hätte er sich nicht gegen ihn aufgelehnt, wäre alles beim alten. Und Hellen war die Haupttäterin, sie hatte ihn zu Fall gebracht. Doch wie kam er an sie heran? Renés Rachewahn ließ ihn nur auf eine Lösung kommen: Wer keinen Sinn zum Leben hat, der hat am wenigsten zu verlieren. Er würde sie töten, und sein Leben war egal.
Als Timo die Augen aufschlug, lag sein Kopf auf der Tastatur seines Computers. Die einzelnen Tasten hatten einen vorübergehend bleibenden Eindruck auf seiner linken Backe hinterlassen. Als er realisierte wo er war, schreckt er hoch. Er war eingeschlafen, als seine Suchengine, die er programmiert hatte, starten wollte. Er hatte sie mit einigen Stichwörtern gefüttert, und auf das Netzwerk seines Clans und das Internet loslassen wollen. Beim Laden der Komponenten war er eingeschlafen. Er holte seinen Computer aus dem stand-by. Hatte er die Engine gestartet? Als Timo das Steuermodul aufrief, seufzte er erleichtert. Die Engine war gestartet worden. Der Bildschirm zeigte ihm auch die schon gefundenen Dokumente an. Die ersten Fünfzig Links konnte Timo getrost Überspringen. Die waren aus dem (für alle Clanmitglieder) öffentlich zugänglichen Netzwerk des Clans. Dort würde er keine Informationen finden, die ihm weiterhalfen. Er hatte schon alles im Clangebäude gelesen. Doch am Ende der dritten Seite fand er etwas sehr interessantes. “Privateblog_Tepesh.odt” “Ein kleiner Link, und dennoch so Aussagekräftig!” schoss es Timo durch den Kopf. Er klickte auf den Link, und lud eine knapp Zehn Megabyte Datei auf seinen Rechner. Er scannte sie kurz durch. Sie war Virenfrei und mit 256bit codiert. “Verdammt. Das wird wieder ewig dauern.” dachte Timo. Er suchte seinen decrypter und ließ die Datei per Bruteforce entschlüsseln. Auch wenn er von seinem Clan einen absoluten High-End Computer bekommen hatte, würde die Entschlüsselung doch mindestens drei Monate benötigen. Auch wenn sein PC in der Technik dem der menschlichen Technik um mindestens 3 Jahre voraus war. Er widmete sich wieder den Suchergebnissen. Mehrere Stunden später war er nicht wirklich schlauer. Timo hätte nie gedacht, dass es sich so lange hinziehen würde, die ganzen Internetseiten aussortieren, die von Paranoiden oder Freaks online gestellt worden waren. Die wirklich wichtigen Dokumente befanden sich in der Entschlüsselung, und das brauchte seine Zeit.
Mittlerweile war Hellen krank vor sorge. Seit drei Tagen gab es kein “Lebenszeichen” von Timo. Es hieß nur, er wäre Krank zu hause. Als Hellen bei Timo Zuhause anrief, sagten seine Eltern zwar auch, dass er krank sei, aber Hellen war eine Vampirin. Sie hörte die Sorge in den Stimmen von Timos Eltern. Sie fuhr hin. Als bei Timo zu Hause ankam, stutzte sie. Was wenn seine Eltern nicht eingeweiht waren? Hellen holte tief Luft und klingelte.
Eine Frau in mittleren Jahren öffnete. Die tiefen Augenringe und das eingefallene Gesicht ließen sie älter erscheinen, als sie wirklich war. Als Hellen versuchte ihre Gedanken zu lesen, wurde sie von einer wahren Flut von Gefühlen überschwemmt. Trauer, Wut, Liebe und unglaubliche Verzweiflung. Hellen japste innerlich. “Ja? Wer sind sie?” Die schwache, resignierende Stimme holte Hellen in die Realität zurück. Hellen benötigte einen peinlichen Moment, bis sie sich wieder unter Kontrolle hatte. “Entschuldigen sie bitte. Mein Name ist Hellen Hildes. Ich bin eine Schulfreundin von Timo. Ist er da?” Timos Mutter brach unvermittelt in Tränen aus. Hellen war perplex. Sie ging auf die gebrechlich wirkende Frau zu und wollte sich entschuldigen. Doch Timos Mutter fing sich aber von selbst wieder. “Entschuldigen sie, aber ihr erscheinen hat alles wieder hochkommen lassen. Kommen sie doch erst mal rein.” Timos Mutter machte eine einladende Geste. Hellen musste wissen, ob Timos Eltern eingeweiht waren. Aber direkt fragen konnte sie nicht. Wenn sie nicht eingeweiht waren, könnte Hellen Timos Eltern das Geheimnis ihres Sohns verraten, und Menschen die Existenz von Vampiren zu verraten, bedeutete den Tod. Andeutungen konnte sie auch nicht machen, denn wenn sie eingeweiht waren, waren sie angewiesen bloß nichts zu sagen! -Zwickmühle! Hellen traute sich nicht, nochmal die Gedanken von Timos Mutter zu lesen, aus Angst, diesmal von der Welle der Gefühle mitgerissen zu werden. Nun musste sie aufs Detail achten. Irgendetwas Auffälliges. Timos Mutter stellte sich als Birgit vor. Sie redeten über allerlei Dinge, bis Hellen das Thema wieder vorsichtig auf Timo lenkte. Als Birgit anfing von Timo zu reden, versuchte Hellen ganz vorsichtig, sich in ihre Gedanken vorzutasten. Brach aber sofort wieder ab, als sie bemerkte, das Sie nichts erfahren würde außer wie Birgit ihren Sohn liebte. Hellen fasste sich ein Herz. “Birgit, entschuldige bitte die Frage, aber wo ist Timo eigentlich. In der Schule heißt es, er liege bei sich zuhause krank im Bett.” Als Hellens Worte gesprochen waren, traten sofort wieder tränen in Birgits Augen. Hellen wusste, auch wenn es egoistisch war, aber das war ihre Chance. Sie versuchte noch ein letztes Mal, Birgits Gedanken zu lesen. Sie tauchte ein letztes Mal in die Gedankenwelt von Timos Mutter ab. Sie versuchte all den Schmerz, die Trauer und Verzweiflung zu Ignorieren, aber es gelang ihr nicht. Millisekunden bevor die Woge der Gefühle über ihr zusammenschlug, zog Hellen sich zurück. Birgit war eine wahrhaft offenherzige Frau.
Hellen hatte nur eine Szene in Gedanken gesehen, aber diese war Aussagekräftig genug. Es war die Szene, als Timos Eltern eingeweiht wurden. In Gedanken sah Hellen einen älteren Mann. Er war so um die Vierzig. Vielleicht auch 45. Sie sah hinab auf ihre Hände. Ihr Ehering sah nagelneu aus. Plötzlich öffnete sich die Haustür. Hellen verspürte Erleichterung. Aber gleichzeitig auch Wut, denn wer immer da kam, war zu spät. Sie drehte sich Richtung Tür und sah Timo. Schüchtern sah er seine Eltern an. Plötzlich hörte Hellen eine Stimme. “Guten Abend, junger Mann. Was DENKST du dir eigentlich dabei? Bleibst einfach mal vier Tage verschwunden! Glaubst du wir machen uns keine Sorgen? Meinst du, nur weil du jetzt Achtzehn bist, kannst du machen was du willst? Nein mein Freund! Auch wenn du Volljährig bist, sind wir immer noch mitverantwortlich für dich. Ich… Wer ist das?” Hellen blickte die zweite Person an, die den Raum betreten hatte. Sie kannte dieses Gesicht. Die Person wirkte steinalt, und gleichzeitig jung. Der hochgewachsene Mann hatte dunkelblonde Haare, scharf geschnittene Züge, eine Hohe Stirn und… blutrote Augen. Hellen schluckte. Jetzt erkannte sie die Person. Es war Tepesh, der älteste unter den Vampiren. Was hatte er bei Timos Eltern verloren? “Mama? Papa? Ich möchte euch gerne Tepesh vorstellen. Er ist …” Timo zögerte sichtlich “…ein Vampir.” Timos Eltern sahen sich an. Dann stand Timos Vater auf. “WAS?” Timo atmete tief durch. Dann holte er tief Luft. “Das ist Tepesh. Er ist ein Vampir, ebenso wie ich. Er hat mich vor vier Tagen verwandelt. Deswegen war ich auch weg. Ich musste mich erst daran gewöhnen.” Als er geendet hatte, sah Sein Vater ihn mit einem wütenden Blick an. “Du verschwindest an deinem Geburtstag von der Bildfläche, rufst uns an, und erzählst uns irgendeine fadenscheinige Ausrede, während eine gesamte Verwandtschaft hier sitzt, und auf dich wartet. Dann kommst du nach vier Tagen hier rein, siehst aus, als hättest du die vier Tage durchGESOFFEN, und dann erzählst du uns du wärst ein Vampir. ERWARTEST DU ERNSTHAFT DASS WIR DAS GLAUBEN?” der letzte Satz war gebrüllt, und zwar so laut, dass Timo bei jedem Wort zusammenzuckte. “Gerhard, beruhige dich. Man könnte nicht meinen, einen Universitätsprofessor vor sich zu haben.” Selbst Timos Mutter schien ihren Mann so nicht zu kennen. Der Mann, den Timo als Tepesh vorgestellt hatte, trat hervor. “Ihr Sohn spricht die Wahrheit. Ich habe ihn zu einen der unsrigen gemacht. Er wurde durch die zehn mächtigsten der Geschöpfe der Nacht ausgewählt. Und er wollte es auch.” Timos Vater stand ging um den Tisch herum, an dem er gesessen hatte, und kam auf Tepesh zu. “Was soll die Show? Es gibt keine Vampire.” Er wirkte sichtlich beunruhigt. Tepesh schien das von der amüsanten Seite zu sehen. Er lächelte. “Natürlich gibt es unsereins. Auch wenn wir euch Menschen mittlerweile in Ruhe lassen, was das beißen angeht, sind wir immer noch präsent. Ich werde es ihnen Beweisen.” Mit diesen Worten schob er seinen Ärmel zurück und zog ein Messer hervor. Timos Mutter keuchte erschrocken. “Was soll das werden?” Tepesh blieb gelassen. “Ich beweise ihnen, dass es Vampire wirklich gibt.” Mit diesen Worten jagte er das Messer zwischen Elle und Speiche durch den Arm, und schnitt den Arm von oben bis unten auf. Birgit fiel in Ohnmacht und Timos Vater Gerhard drehte sich um. “YallaYallah no et da sokota.” Tepesh hatte einen ‘Aufwachzauber’ gesprochen. “Sie müssen schon zusehen, wenn sie mir glauben sollen. Und keine Angst, sie werden keinerlei Veränderungen an ihrer Wohnung feststellen können.” Timos Eltern waren immer noch Kreidebleich. Als Tepesh das Messer aus dem Arm zog, war die Klinge und der Teppich unter ihm rot von Blut. Tepesh schloss die Augen und konzentrierte sich. Langsam, Millimeter für Millimeter schloss sich die Wunde, bis sie schließlich verschwunden war. Nur noch das Messer und der Boden zeugten von der Tat. “Sakra eta da vitae” auch das Blut am Boden verschwand. Tepesh zog ein Taschentuch aus einer Tasche hervor, und reinigte sein Messer. Hellen ließ sich das erlebte noch einmal durch den Kopf gehen. Sie saß auf dem Sofa im Wohnzimmer. Es war Birgits Erinnerung gewesen, das war sicher. Eines war auch sicher: Sie waren eingeweiht. Es waren nur wenige Sekunden vergangen. Hellen unterbrach Birgit. ” Es tut mir Leid, dass ich sie Unterbreche, aber ich muss Sie etwas Fragen, Wo ist das Clangebäude von Timo? Keine Angst, ich bin auch eingeweiht.” Birgit war verwirrt. “Wie… Sie auch?” Hellen lächelte beruhigend. “Nicht wie sie denken.” Sie senkte den Kopf und entfernte ihre Kontaktlinsen. “Ich bin eher ein Volles Mitglied, wenn sie verstehen.” Hellen sah Timos Mutter an. Dann wurde sie wütend. “Warum soll ich euch noch glauben? Wegen euch ist Timo vielleicht Tot.” Hellen trafen diese Worte wie ein Schlag. Doch dann besann sie sich. Wenn Tepesh ihn persönlich verwandelt hatte, bestand keine Gefahr. “Klinisch gesehen, ist er ja schon Tot. Aber sie machen sich zu viel Sorgen.” Hellen Zwinkerte. “Der Vampir der Timo verwandelt hat, ist Tepesh. In unseren Kreisen der höchste von allen. So etwas wie der Präsident der Vereinigten Staaten bei euch. Ich glaube nicht, dass es etwas Ernstes ist, dafür wird er zu gut ausgebildet.” Birgit war immer noch Skeptisch. “Dein Name ist Hellen, oder?” Hellen nickte. “Timo hat viel von dir erzählt.” Birgit machte den Eindruck, als sei ihr eine riesige Last von den Schultern genommen worden. Scheinbar war sie nur wegen Timos Unfall so ‘in sich zusammengefallen’. Doch nach diesem kurzen Gespräch schien ihr es um Längen besser zu gehen. “Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich brauche jetzt erst mal was zu trinken.” Birgit stand auf, und verschwand in der Küche. Hellen stand ebenfalls auf. Allerdings war ihr Ziel anderer Natur. “Entschuldigen sie, aber wo ist die Toilette?” “Die Treppe hoch dann links. Die zweite Tür auf der rechten Seite.” kam es aus der Küche zurück. Als Hellen von der Toilette wieder kam, fiel ihr eine Tür am Ende des Flurs auf. Ein Aufkleber der einen Totenkopf mit Vampirzähnen zeigte war darauf Abgebildet. Hellen grinste innerlich… Das musste Timos Zimmer sein.
Die betrat langsam das Zimmer und sah sich um. Ein Bett, ein Regal, ein Kleiderschrank und ein riesiger Schreibtisch mit Timos Computer. Hellen wusste, das Timo ein Computergenie war. Sie hatte einmal dabei zugesehen, wie Timo am Schulrechner aktiv war. Binnen 30 Sekunden hatte er das Schulnetzwerk geknackt, seine Noten korrigiert und ein paar Änderungen am Server vorgenommen. Die graue Kiste sah uralt aus. Allein das Gehäuse sah aus, als wäre es aus dem letzten Jahrhundert. Schrammen, Kratzer, Dellen… Doch das Innenleben musste absolutes High-Tech sein. Hellen besah sich den grauen Kasten genauer. Er war eingeschaltet, und an der Rückwand ging ein Fingerdickes Kabel in die Wand. Das Kabel war mit der Netzwerkkarte verbunden, und die LEDs blinkten hektisch. Hellen schaltete den Monitor ein. Hellen schüttelte den Kopf. Ein Hochmoderner Computer mit Hardware, welche erst in ein paar Monaten überhaupt auf dem freien Computermarkt erhältlich war, und so ein uralter Computer. Zahlenkolonnen und Webseiten blitzten über den Bildschirm. Plötzlich öffnete sich ein schwarzes Fenster. Eine Befehlsreihe flog über die Tastatur und eine weitere Zeichenkolonne ratterte nach unten. Hellen wusste was das war. Der Computer suchte nach bestimmten Informationen. Er durchpflügte das ganze Internet nach bestimmten Schlüsselwörtern, und sendete diese an eine IP Adresse innerhalb eines Netzwerkes. Hellen setzte sich, und bewegte die Maus. Doch bevor sie etwas eingeben konnte, öffnete sich ein Fenster, und eine Nachricht erschien auf dem Monitor:
Wer bist du? Was machst du an meinem Computer? Wo sind meine Eltern? Hellen war zuerst etwas perplex. Dennoch grinste sie immer breiter. Sie knackte mit den Fingern, und begann zu tippen: Timo? Ich bins Hellen! Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Hellen? Was machst du an meinem Computer? Wo sind meine Eltern? WAS ZUM TEUFEL IST DA LOS? Hellen musste wieder grinsen. Keine Angst. Deine Eltern sind unten, und es geht ihnen, mal von der riesigen Angst um dich abgesehen, eigentlich ganz gut. Ich habe hier eigentlich auch nichts zu suchen. Ich habe deine Eltern besucht, weil ich wissen wollte, was mit dir los ist. Verdammt, was geht hier vor? Du bist unauffindbar, deine Eltern wissen nichts, in der Schule weiß man nichts, und du bluffst mich hier an? Ich frage dich, WAS GEHT HIER VOR?
Hellen wartete eine Ewigkeit. Von unten hörte man Timos Mutter. „Hellen? Was machst du? Kaffee ist fertig!“ Hellen drehte sich herum. „Ich komme gleich.“ Sie zögerte kurz. „Ich spreche gerade mit Timo.“ Timos Mutter stürmte die Treppe nach oben. „Timo? Wo ist er? Was ist mit ihm los? Geht es ihm gut?“ Hellen beruhigte Timos Mutter erst mal.
„Ich habe mit ihm geredet. Naja, eher gechattet. Ich weiß nicht ob ich es ihnen sagen darf, aber er ist zurzeit in der „Anstalt“ beziehungsweise im Clangebäude. Es geht ihm soweit gut, doch er hat momentan eine Ausgangssperre. Es gab wohl einen kleinen Zwischenfall bei der Meryth Implantation.“
Hellen wollte Timos Mutter eher Beruhigen, doch ihre Worte hatten wohl eher den gegenteiligen Effekt. Sie machte sich nun noch mehr Sorgen. „Etwas schief gelaufen? Haben die ihn aufgeschnitten? Ihre anfängliche Sorge schlug nun in aufrichtige Panik um. Hellen schüttelte den Kopf. „Nein. Sie haben ihn nicht ‘Aufgeschnitten’“. Hellen betonte das letzte Wort, als wäre es eine abwegige Vorstellung. „Nein, haben sie nicht.“ Hellen lachte leise. „Bei einer Meryth Implantation wird niemand operiert. Ich kann ihnen nicht genau sagen WIE das Meryth implantiert wird, da ich selber erst in einer Woche dran bin, aber es ist absolut ungefährlich.“ Sie machte eine Pause. „Ich denke eher, dass Timo nur genau untersucht wird. Er konnte vorhin schön schnell schreiben, und hat auch normal geklungen.“ Hellen sah Birgit in die Augen. „Es geht ihm gut, und ich denke er wird in den nächsten Tagen wieder nach Hause kommen.“ Plötzlich öffnete sich wieder ein Fenster auf dem Monitor.
„Also, kurze Erklärung: Ich habe Zu viel Meryth bekommen. Angeblich bis zu 4 Mal mehr als Vlad. Darum wollen sie mich durchchecken. Aber ich glaube das ist mehr dahinter. Darum läuft auch mein PC. Ich bitte dich das Ding nun wieder komplett eigenständig durchlaufen zu lassen, also FINGERE NICHT DARAN HERUM!“
Hellen war eher Perplex. Aber schaltete den Monitor wieder aus. Der graue Kasten ratterte nun weiter vor sich hin, und knabberte weiter an dem Code. Hellen drehte sich um. „Ich glaube ein Kaffee würde mir nun ganz gut tun.“ Sie und Birgit gingen in die Küche. Zitternd nahm Birgit die Tasse vom Tisch und führte sie zum Mund. Als die heiße Flüssigkeit ihren Mund berührte zuckte sie zusammen und die Tasse zerschellte am Boden. Birgit begann zu weinen. Als Hellen sich betreten nach der Tasse bückte, hörte sie Birgit nur Flüstern: „Warum? Warum Timo?“
René war sichtlich verärgert. Alle seine „Spione“ hatten Timo nicht finden konnten. Er war nicht in der Schule, er war nicht zu Hause, er war sprichwörtlich verschwunden. Renés Laune sank nur deswegen nicht auf den Nullpunkt, weil er morgen in der Schule Meldung machen würde, dass Timo doch nicht so Krank war. Er würde richtigen Ärger bekommen. Immerhin eine kleine Rache. Doch das genügte ihm nicht. Als er von der Autobahn abfuhr musste er grinsen. Das Messer, welches er erstanden hatte, rumpelte im Kofferraum umher. Fünfzehn Zentimeter Stahl, und nur dazu bestimmt, Timo und Hellen das heimzuzahlen, was sie verdient hatten. Erst Hellen. Diese Schlampe hatte ihn vernichtet. Danach langsam und genüsslich Timo. Er zitterte vor Vorfreude. Es gab den perfekten Mord, und wenn alles so lief, wie er es geplant hatte, gab es sogar den perfekten Doppelmord. Es würde auf den ersten Blick so aussehen, als hätten die beiden sich gegenseitig umgebracht. Natürlich würde die Polizei früher oder später auf ihn kommen, doch das war ihm gleich. Er hatte von seinem Nebenjob genug Geld zusammen, um für immer zu verschwinden. Ein amerikanischer Pass, Führerschein, Geburtsurkunde… Alles kein Problem solange man die richtigen Leute kannte.
Als er zu Hause angekommen war, verstaute er alle Messer, Pass und alles andere fein säuberlich in seinem Kleiderschrank. Als er nach dem Pass griff, ließ er seinen Blick darüber streifen. Marc hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Niemand würde diesen Pass als eine Fälschung erkennen. Nachdem alle Dinge verstaut waren widmete René sich den Hausaufgaben. Er setzte sich an seinen Computer und ging seine email durch. Manchmal war ihm selbst das zu viel. Aber er konnte sich nicht alle Unterlagen in die Schule mitbringen lassen. Er veränderte die Dokumente, änderte die Schreibweise und setzte einige Fehler in das Dokument somit war die Täuschung komplett. René seufzte. Noch vier Wochen, dann war seine „Schulzeit“ vorüber. Mit 22 Jahren war auch er nicht mehr derjenige, der gerne lange die Schulbank drückte. Bald war es vorbei. Und dann würden einige wissen, was es bedeutete, sich mit ihm anzulegen.
Als Timo endlich von seinem „Gefängnis“ entlassen wurde, war er wahrlich froh, nicht mehr in diesem stickigen, muffigen, und engen Raum darauf warten zu müssen, zu erfahren, was mit ihm los war. Er hatte an diesem Tag den so genannten „letzten Schliff“ bekommen. Eine Mini USB Buchse an seinem Nacken, welche direkt mit dem Meryth verbunden war. Er hatte mal nur aus Spaß versucht, sich mit seinem Laptop zu verbinden, und es hatte geklappt. Er hatte gegrinst, als ihm sein Computer einen Wechseldatenträger mit der Kapazität von 16 Exabyte angezeigt bekommen hatte. Er wusste dass es theoretisch mehr war, aber leider konnte sein Derzeitiger Computer nicht mehr verwalten. Nun ja, nun brauchte er sich keine Gedanken mehr um Speicherplatz zu machen. Immerhin konnte er nun alle Daten auf sich selbst überspielen. Eine kleine Annehmlichkeit des Meryths war, das es sich um alle Knochen gelegt hatte. Auch eine Minimale Schicht um seine Gehörknochen. Er hatte versucht einige Musikfiles auf das Meryth zu überspielen, und es hatte geklappt. Und das erstaunliche war, er konnte sie abspielen. In seinem eigenen Kopf konnte er die Musik hören, auch wenn sie für alle anderen unhörbar war. Das gefiel ihm. Nun konnte er im Unterricht sitzen, und Musik hören. Und Ronin hatte ihm etwas versprochen. Er würde seine Kontaktlinsen ein bisschen Modifiziert bekommen. Sie würden per Funk ein verschlüsseltes Videosignal empfangen, und auch wiedergeben können. Timo grinste breit bei dem Gedanken. Mit einigen Modifikationen seinerseits, würde er das Signal entschlüsseln können, und ein eigenes Senden. Filme kucken während der Schule und keiner würde es mitbekommen. DAS war ein Leben. Doch zuerst musste er erst einmal an die Daten herankommen, und auch an seine Kontaktlinsen.
Die Zeit schleppte sich langsam dahin. Während Timo immer neuere Technische Finessen integrierte, René seine Rachepläne perfektionierte, und Hellen sich immer mehr für Timo interessierte, rückten die Prüfungen immer näher.
