Dunkle Gedanken
der dunkle Punkt

Kapitel V – Veränderungen

Der große Tag. Die Abschlussprüfungen begannen. Die Abschlussklassen betraten die Prüfungsräume und es herrschte absolute Stimme im Raum. Mathematik, Physik, Chemie, Geschichte und Latein. Timo begutachtete die Prüfungszeiten. Jeweils Sechs Stunden an verschiedenen Tagen. Die gesamte Woche war verplant. Super…

Timo seufzte. Zum Glück durften Laptops verwendet werden. Er übergab seinen Laptop an Frau Schierling und ließ ihn auf eventuelle „Vorbereitungen“ hin überprüfen. Eine halbe Stunde später bekam er ihn zurück. „Alles sauber. Du kannst ihn verwenden. Hier der Speicherstick. Alle Dinge darauf speichern. Programme um alles in das PDF zu konvertieren sind auch darauf. Timo nahm seinen Laptop und den Speicherstick und ging in den Prüfungsraum. Er kicherte in sich hinein. Auf dem Laptop hatte er nichts gespeichert, aber es schlummerten noch ganz andere Dinge in seinem Kopf als seine Gedanken. Grinsend setzte er sich und schaltete den Laptop ein. Er saß in der letzten Reihe. Er legte die Hände an den Nacken und streckte sich, wie als wenn er müde war. Dabei verband er ein klitzekleines Gerät mit der USB Buchse an seinem Hinterkopf. Ein kurzes Summen in seinem Hinterkopf gab ihm zu verstehen, dass sich das Meryth an das Gerät angepasst hatte, und er nun per Wireless LAN Zugriff auf seinen Laptop hatte. Binnen wenigen Sekunden hatte er eine Rohtextdatei auf seinen Laptop überspielt, und sie in das PDF Format konvertiert. Er lud sie auf den Speicherstick, und lehnte sich zurück. Dann kam ihm eine Idee. Er konzentrierte sich auf den Computer des Lehrers am Pult. Gedanklich gab er seinen Kontaktlinsen einen Zoombefehl, und das Bild der Funknetzwerkkarte vergrößerte sich so lange, bis er die MAC Adresse lesen konnte. Er machte sich eine Notiz am PC, und stellte seine Linsen wieder normal ein. Dann konzentrierte er sich wieder. Er überschrieb die MAC Adresse seines eigenen Empfängers am Nacken, und loggte sich kurz in das Schulnetzwerk ein. Binnen Sekunden hatte er das Passwort zum Netzwerkrouter geknackt, und eine weitere MAC Adresse eingetragen. Er trennte sich vom Netzwerk, und änderte abermals seine MAC Adresse. Er hackte sich in den Hauptrechner, und besah sich die Zeugnisse. Ganz besonders interessierte ihn sein Zeugnis. Die Noten waren zwar noch nicht eingetragen, doch die Bemerkungen wollte er doch etwas abändern.

Der aufmerksame Schüler arbeitete vorbildlich im Unterricht mit. Sein Fleiß war außergewöhnlich, sein Verhalten Vorbildlich. Der Schüler hat im Wahlfach Technologie mit sehr gutem Erfolg Teilgenommen.

Zufrieden betrachtete Timo in Gedanken sein Werk. Das würde ihm zwar nichts bringen, aber immerhin sah es doch schon etwas schöner aus. Seine Noten würden ohnehin für sich sprechen, auch wenn er nie ein Zeugnis brauchen würde. Immerhin würde er nach seinem Schulischen Werdegang nur noch Zwanzig Jahre in seiner eigenen Identität herumlaufen. Wenn es überhaupt so weit kam. Er loggte sich aus, und sah auf die Uhr. Zwei Stunden? Er war seit zwei Stunden im System der Schule? Er sollte sich nun doch seiner Abschlussarbeit widmen. Timo hatte schon Zuhause und während er im Clangebäude war daran geschrieben. Er musste es nur noch perfektionieren. Seufzend machte er sich an die Arbeit.

„… und nun verkünde ich mit Stolz, das unsere Schule gleich mehrere Schüler hervorgebracht hat, deren Wissen und Lernfähigkeit es ihnen ermöglicht hat, einen Abschluss zu erreichen, der ihnen ein Studium jedweder Art Tür und Tor öffnet.“ Eine kurze Pause. „Nun werde ich ihnen unsere Genies nicht vorenthalten. Ich bitte nun zu mir:“ das Rascheln einer Liste. „Marcel Thomas, Frank Merven, Markus Eichel und Timo Menvil. Bitte kommt auf die Bühne.“ wieder eine kleine Pause. „Na los, nicht so schüchtern!“ Timo und die drei anderen erhoben sich, und liefen langsam, begleitet von Applaus in Richtung Bühne. Timo kam sich vor wie ein Lügner. Er hatte diese Auszeichnung nicht verdient. Er hatte seine Intelligenz erst nach seiner Merythimplantation erhalten. Schulisch war er davor erst oberes Mittelmaß gewesen. Zwar intelligenter als der Durchschnitt, aber weit von einem Genie entfernt. Das einzige was er jemals konnte, war das verstehen und anwenden seiner Logik in Bezug auf seinen Computer. Das war das einzige Thema gewesen, mit dem er schon immer umgehen konnte. Langsam schritt er die Treppen zur Bühne hinauf. Sein Gesicht zeigte etwas anderes als seine Emotionen. Er lächelte, doch innerlich fühlte er sich Miserabel. Er hätte vorher daran denken sollen, dass ein Abschluss wie der seine Aufmerksamkeit erwecken würde. Er hätte doch nicht immer die volle Punktzahl erreichen sollen. Aber nun war es zu spät. Er stellte sich mit den anderen zusammen in eine Reihe, und wartete darauf, dass Rektor Müller, welcher die Ansprache gehalten hatte ihnen die Auszeichnungen übergab. Bei jedem der drei anderen, der die Auszeichnung übergab fühlte Timo sich mieser. Als er an der Reihe war, rang er damit, sich nicht einfach um zudrehen, und die Bühne zu verlassen. Herr Müller trat nah an ihn heran. „Ich möchte dich nachher bitte sprechen.“ Timo kroch ein eiskalter Schauer über den Rücken. Nachdem er seine Auszeichnung bekommen hatte, schritt er langsam und unsicher zu seinem Platz zurück. Was wollte der Direktor von ihm? Es gab eigentlich nur eine Möglichkeit: Er wusste es. Oder besser, er ahnte es. Was sollte er sagen? Timo schollt sich in Gedanken. Warum jetzt schon einen Kopf machen? Es war seine Abschlussfeier. Er hatte nun alles hinter sich, wofür er sich all die Jahre abgerackert hatte. Darum wollte er eher Feiern als sich nun einen Kopf zu machen. Aber nicht hier. Warum sollte er inmitten der Leute feiern, die ihn jahrelang nur von oben herab behandelt, oder ignoriert hatten? Er würde mit den Leuten feiern, bei denen er sich wohlfühlte. Doch zuerst musste er das unangenehme hinter sich bringen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Er ging langsam in Richtung Schulgebäude. Es war geöffnet, dass die Eltern sich auch den Ort ansehen konnten, an dem ihre Schützlinge jahrelang die Schulbank drücken mussten. Timo stieg die Stufen in den zweiten Stock hinauf, zum Zimmer des Direktors. Er brauchte nicht zu klopfen, die Türe stand sperrangelweit offen. Er betrat das Vorzimmer und hielt auf die Türe des Büros von Herrn Müller zu. Gerade als er die Hand auf die Klinke gelegt hatte, und die Türe öffnen wollte, nahm im jemand aus dem inneren des Raumes die Arbeit ab. Eine kleinwüchsige Frau trat aus dem Zimmer hervor. Blickte Timo in die Augen, und verschwand kurz darauf im Gang vor dem Direktorat.

Timo hatte das Büro des Direktors wesentlich wohnlicher in Erinnerung. Er setzte sich auf einen der Lederbezogenen Stühle gegenüber des Tisches von Herrn Müller und wartete auf die Standpauke seines Lebens. Doch sie kam nicht. Stattdessen sah ihn der Direktor nur lange schweigend an. Nach einer Ewigkeit, so schien es ihm begann er mit ihm zu sprechen. „Hast du mir was zu sagen?“ eine kleine Pause. „So in Bezug auf deinen Abschluss?“ Timo schluckte. „Eigentlich nicht.“ Timo schluckte erneut. Herr Müller stand auf. „Lass es mich mal so ausdrücken… Bis zu den Abschlussprüfungen hattest du zwar auch gute Noten, aber diese waren eher oberes Mittelmaß. Wie kann es sein, dass du in den Abschlussprüfungen auf einmal überall die volle Punktzahl hast, und sogar noch Extrapunkte holen konntest?“ Timo wollte etwas sagen, aber eine Handbewegung ließ ihn verstummen. Er sollte den Monolog nicht unterbrechen. „Ich weiß von deinem kleinen ‘Zwischenfall’ vor einigen Wochen, weswegen du leider etwas länger verhindert warst. Es heißt, du hättest es wiedermal übertrieben.“ Er lächelte. „Sollte es darauf zurückzuführen sein, dass du auf einmal dieses Wissen an dich bringen konntest?“ Diesmal wartete er auf eine Antwort. Timo druckste herum, doch Herr Müller fiel ihm ins Wort. „Weil du das gesamte Internet nach Informationen abgegrast hast, und sogar in den Schulrechner eingebrochen bist. Glaubst du ich habe das nicht bemerkt?“ Timo schluckte. „Woher…“ wieder wurde er unterbrochen. „Du glaubst doch nicht etwa, du bist der einzige der etwas von Computern versteht, oder?“ Er grinste. „Vor Zwei Jahren hat schon einmal einer versucht, das Schulsystem zu knacken. Dieser Schüler wurde von der Schule geworfen, und wurde angezeigt. Nach diesem Zwischenfall installieren wir ein Programm, das jeden Zugriff von außen dokumentiert. Seien es legale oder illegale.“ Er hielt inne. „Zuerst dachte ich dass es sich um einen „Möchtegern“, oder um einen neugierigen handelte, aber die Art wie derjenige sich Zugang verschaffte ließ etwas anderes Vermuten…“ Ein grinsen spielte sich auf seinen Lippen wieder. „vor allem da der Zugriff stattfand BEVOR die Noten eingetragen wurden.“ Timo war ertappt. Kleinlaut wollte er zu einer Entschuldigung ansetzen, doch er kam nicht dazu. „WIE du dir dieses Wissen angeeignet hast, ist irrelevant. Die Hauptsache ist, DAS du es hast.“ Der Direktor drehte sich wieder zu Timo um. „Und den Abschluss hast du dir auch verdient. Denn wer ein solches System wie das unsrige knacken kann, der hat eine Intelligenz und eine Logik bewiesen, die ihn eines Abschlusses in der Klasse wie du ihn nun hast, für würdig erachtet.“ Timo war geschockt. Hatte er ihn hierher bestellt um ihm das zu sagen? Herr Müller drehte Timo wieder seinen Rücken zu. „Doch nun denke ich ist es Zeit das du wieder nach unten gehst, die Feier hat ja schon…“

Plötzlich heulten die Alarmsirenen Los. Feueralarm. „Na das hat sich dann wohl erledigt.“ Herr Müller sah Missmutig auf die Uhr. „Wie oft muss ich noch sagen, dass in den Toiletten nicht geraucht werden darf…“ Er öffnete die Tür zu seinem Büro und da roch man es schon. Ein beißender Gestank nach Verbranntem Plastik, Holz, und schmorendem PVC machte sich im Büro breit. „Da habe ich die Lage wohl unterschätzt.“ Er griff zum Telefon, doch als er abnahm wusste Timo bereits dass das Telefon nicht funktionieren würde. Die kleine Kontrollleuchte am Telefon brannte nicht. Die Verbindung war unterbrochen. Der Direktor seufzte. „Na schön… Dann zu muss ich eben von der Telefonzelle aus die Feuerwehr rufen. Na los, komm.“ Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um, und ging durch die Tür nach draußen in den Flur. Timo wusste wo die Feuertreppe lag. Bei dem Vierstöckigen Schulgebäude war vor acht Jahren eine Feuertreppe angebracht worden. Er lief hinter seinem Direktor her und hatte Mühe Schritt zu halten. Als er das andere Ende des Flurs erreichte, war Herr Müller schon im Aufsteigenden Rauch des Feuers im Treppenhaus verschwunden. Timo wollte gerade am Treppenhaus vorbeigehen um die Tür zur Feuertreppe zu öffnen, als er eine leise, krächzende, übelkeit erregende Stimme hörte.

„Ein Jäger!“ Timo stockte, und drehte seinen Kopf langsam in Richtung die Stimme, doch er konnte nur einen Schatten erkennen. In seinem Kopf rauschen die Gedanken. Hatte er sie sich eingebildet? Doch er hörte sie wieder. „Verschwinde! Oder Du wirst mit deiner Rasse vernichtet…“ Timo nahm die Drohung zwar nicht ernst aber wenn er weiter hier im Rauch stand, musste er darauf vertrauen, dass ihn ein Feuerwehrmann fand und hinaus trug. Der Rauch brannte ätzend in seinen Lungen. Als er dir Türe zur Nottreppe aufstieß, sah er gerade noch, wie dein Direktor eine Etage unter ihm gerade auf um die Ecke ging um die nächste Etage hinab zu steigen. Plötzlich spürte er einen unangenehm Stechenden Schmerz an seinem Hals und gleich darauf ein Geräusch, wie als wenn man ein rohes Steak auf der Gabel aufspießt. Timo spürte noch einen harten Stoß und wie sich sein Becken auf das Geländer schlug. Durch die Ohnmacht spürte er nicht wie er über das Geländer rutschte und auch der Fall aus dem vierten Stockwerk bekam er nicht mehr mit.

Als Timo seine Augen öffnete sah er ein Gesicht das er am liebsten nicht sehen wollte. Vlad grinste. „Soso ist unser kleiner endlich aufgewacht. Hehe. ob das gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.“ Vlad schlappste mit seiner Typischen Langsamkeit aus dem Zimmer und ließ Timo allein. Dem schossen wiedermal die Gedanken nur so durch den Kopf. Was war passiert? Seine Letzte Erinnerung war dieses Hässliche Geräusch… Die Tür summte. Vlad kam mit Begleitung von Timos Direktor Herrn Müller, und auch in Begleitung von Tepesh in das Zimmer. Tepesh setzte sich zu Timo ans Bett. Timo schaute ihn fragend an. Was konnte so wichtig an seinem Zwischenfall sein, dass der Herr der Vampire sich persönlich um ihn kümmerte? Tepesh sah Timo streng an. „Was ist vor Vier Tagen passiert?“ Timos Augen weiteten sich. VIER Tage? Er war VIER GANZE TAGE Bewusstlos? Bevor er eine Frage stellen konnte, fiel Herr Müller ihm ins Wort. „Das war kein Feuer. Das war ein Angriff. Die verbotenen haben ihren Angriff begonnen.“ Timo schaute fragend zu Tepesh. „Die Verbotenen?“ Tepesh seufzte. „Du erinnerst dich was wir dich gelehrt haben? Das wir nur Jemanden mit reiner Seele zu einem der unsrigen machen? Nun die Verbotenen sind die untergeordneten Diener jener, die sich nicht an diesen Grundsatz halten. Diesen Vampiren geht es nur um Macht. Sie glauben, dass die Menschen eine untergeordnete Rasse sind, und dass sie ihnen dienen müssten. Wir jagen sie und töten sie wenn wir sie finden. Aber für jeden den Wir Töten. Erschaffen sie einen neuen.“ Tepesh schwieg. Doch Timo brannte eine Frage auf der Zunge. „Für jeden getöteten erschaffen sie einen neuen? Aber woher nehmen sie diese Leute? Ich meine es fällt in der heutigen Gesellschaft doch auf, wenn Leute verschwinden.“ Doch Timo wusste bereits die Antwort, bevor Tepesh zu der Erklärung angesetzt hatte. „Obdachlose, Stadtstreicher und von der Gesellschaft ausgestoßene. Diese fallen nicht auf, wenn sie verschwinden. Sie geben ihren Sklaven nur so viel Macht, wie sie benötigen. Das bedeutet unsere Unsterblichkeit, aber nur begrenzt, unsere Kraft, und unsere Fähigkeiten zur Regeneration. Sie sind zwar wie eben gesagt unsterblich, aber nicht unverwundbar. Man kann sie töten, aber dazu muss man ihr Gehirn zerstören. Der Sitz der verfluchten Seele vernichten…“ Vlad schwieg erneut. „Dann…“ begann Timo, „dann war das einer der Verbotenen die ich gesehen habe?“ Tepesh nickte. „Und du hast ihn erfolgreich getötet. Wohl auch eher unbewusst.“ Timo schaute ihn fragend an. „Ich habe ihn ge… getötet?“ Diesmal war es Vlad der antwortete: „Das Meryth in deinem Körper hat auf die Bedrohung deines, nun ja, Lebens reagiert, und seinen Kopf mit nadelfeinen Spitzen wortwörtlich durchlöchert.“ wieder ein fragender Blick von Timo. Vlad seufzte. „Das Meryth in deinem Körper ist da zu einem bestimmten Zweck. Erstens hilf es dir mit deinen Vampirischen Fähigkeiten zu Recht zu kommen, zweitens schützt es dich. Es hat sich um alle deine Knochen gelegt und ist in deinen Schweißdrüsen, Knochenmark, etc. eingelagert, und schützt dich damit. Was denkst du wie du deinen Sturz aus dem vierten Stockwerk einfach so weg gesteckt hast, ohne Knochenbrüche, oder andere Schwere Verletzungen? Und Drittens, sollte dein Körper einer Gefahr ausgesetzt sein, die das Meryth nicht abwehren kann, wird es anderweitig Aktiv. In deinem Fall hat es eben den Kopf deines Angreifers durchlöchert.“ Vlad grinste als würde ihm die Vorstellung gefallen. Doch nun meldete sich Tepesh zu Wort. „Also Timo. Was ist Passiert? Erzähle mir bitte alles ganz genau.“Timo überlegte kurz. „Ich saß mit Herrn Müller im Büro, als der Feueralarm los ging. Als ich zur Nottreppe ging hörte ich eine Stimme die sagte ich solle Verschwinden oder ich würde sterben.“ Er dachte kurz nach „Nein, sie rief mich zuerst mit ‘ein Jäger’ dann drohte er mir. Ich ging hinaus zur Treppe und dann spürte ich einen Schmerz im Hals. Dann wurde ich Ohnmächtig.“ Tepesh nickte, und ging Wortlos aus dem Zimmer. Vlad Folgte ihm. Timo war Perplex. Was war mit ihnen Los? So verhielten sie sich doch sonst nicht. Als die Tür sich hinter den beiden schloss sah er seinen Direktor an. Der seufzte und wand sich traurig an Timo. „Unsere Schule war der Anfang. Mittlerweile haben sie einen Krieg begonnen.“ Er seufzte. „Komm auf die Beine Junge.“ Langsam schritt er Richtung Ausgang. Doch noch bevor er ihn erreichte, zerriss eine ohrenbetäubende Explosion die Stille. Alles was Timo noch wahrnahm waren die herab regnende Trümmerteile, ehe er zum Zweiten Mal innerhalb von Vier Tagen in eine Ohnmacht sank, als einer der herab regnenden Steintrümmer ihn traf.

Hellen war verwirrt. Sie hatte schon auf dem Schulball versucht mit ihm zu reden. Ihm ihre Gefühle zu offenbaren, mit ihm zu tanzen… Doch dieser Bescheuerte Feueralarm kam dazwischen. Dann hatte sie René über den Haufen gerannt, und beinahe verletzt. Was wollte auch der Direktor von ihm? Sie stand vor dem Haus von Timos Eltern. Doch gerade als die Klopfen wollte drang der donnernde Laut einer Explosion durch die Nacht. Als sie sich herumdrehte, wurde sie von einer weiteren Explosion von den Füßen gerissen. „Was soll das? Herrscht etwa Krieg?“ Der harte Aufschlag an der Hauswand lies auch Hellen in wohliges vergessen versinken.

Der Krieg hatte begonnen. Die Verbotenen, die sich Jahrhundertelang versteckt gehalten hatten, begannen nun die Welt für sich zu beanspruchen. Für jeden gefallen Verbotenen nahmen Zwei weitere ihren Platz ein. Sie schienen eine unglaubliche Zahl an Kriegern zu haben. Europa, Amerika, Asien ,Japan, Australien und sogar in den Entlegensten Gebieten Afrikas begann auf die Sekunde genau der Angriff.