Dunkle Gedanken
der dunkle Punkt

Kapitel VI – Überlebende

Langsam öffneten sie die Luken und kletterten die restlichen Stufen der stählernen Leiter nach oben. Mark erschrak der Anblick jedes Mal aufs Neue, auch wenn er die ihn umgebende Wüste schon hunderte Male gesehen hatte. In den letzten Jahren hatte er immer wieder gehofft, wenn er das nächste Mal die Luke öffnen würde, würde er irgendwo in dem roten, aus winzigen aber messerscharfen Kies bestehenden Boden irgendwo einen kleinen Sprössling sehen, oder einen Käfer. Irgend etwas das ihm zeigte, das die Natur sich erholte, aber alles was er sah, war brennend heißer, roter und unglaublich feiner Kies. Er spürte wie sich ihm ein Gegenstand schmerzhaft in seine Wade bohrte. “Hey Mark! Ich weiß dass die Aussicht wunderschön ist!” Nikkis Stimme triefte förmlich von Sarkasmus als sie ihm den Lauf ihres Sturmgewehres in die Wade drückte. “Aber andere wollen auch an die frische Luft!” Mark beeilte sich aus dem Schacht zu klettern und half den anderen nach oben. Nikki war die einzige Frau die sich freiwillig seinem Team angeschlossen hatte. Am Anfang hatte er sie für zu zierlich und für ungeeignet für seine Arbeit gehalten, doch als sie ihm bei einem Streit deswegen einen derart harten Kinnhaken verpasst hatte das ihm der Kiefer wieder eingerenkt werden musste, hatte er ihr sie lächelnd und mit offenen Armen in sein Team aufgenommen. Team Foxtrott Drei bestand aus vier Teammitgliedern. Er selbst, Nikki, Markus und Steffen, den alle nur aus Bequemlichkeit “Steve” oder auch “Opa” nannten. Markus war ein Riese. Die meisten großen Personen die Mark gekannt hatte waren schlaksig, dürr oder wirkten wie gedehnt. Aber Markus was nicht nur groß, sondern wirkte wie ein Mensch an dem irgendjemand ausprobiert hatte was dabei herauskäme wenn man einem Mid-Zwanziger einfach mal ein Fläschchen Vergrößerungssaft über den Kopf goss. Auch Steve war keiner den man zu den “normalen” Menschen zählen konnte. Als ältester in der Runde war Steve der “Opa” unter ihnen. Mit seinen 56 Jahren war er Mark mit seinen 33 Jahren weit voraus, doch Steve war das was man einen “Berserker” nannte. Was ihm an Schnelligkeit und Agilität fehlte, machte er mit Kraft mehr als Wett. Niemand traute sich gegen Steve im Nahkampftraining anzutreten. Wenn es zu einem Kampf Mann gegen Mann kam, war Steve der Gewinner. Dementsprechend sah sein Gesicht aus. Eine lange Narbe zierte seine linke Schläfe, zog sich ober sein linkes Auge, über die Nase, der ein beachtliches Stück fehlte, an seinem rechten Mundwinkel vorbei bis hin zu seinem Kinn und Hals. Hunderte kleinerer Narben und Dellen machten ihn ungefähr so ansehnlich wie einen Preisboxer dessen Gesicht erst mehrmals gegen einen Betonpfeiler geknallt, und anschließend von einem schielenden Chirurgen mit Parkinson wieder in Form gebracht worden war. “Opa” war dennoch ein guter Freund und ein nur schwer zu ersetzender Kampfgefährte.

Sie kontrollierten ihre Ausrüstung, Mark versicherte sich das die Strahlenschutzpanzerung bei niemanden durch den Aufstieg durch den engen Schacht verrutscht war, während alle anderen Ihre Waffen sicherten und an ihren Geschirren befestigten.  “So alle man, Ich weiß euch hängt der Satz zum Hals raus aber es ist leider Vorschrift: Sind sich alle über unseren Auftrag im Klaren?” – Ein Stummes Kopfnicken von Markus und Steve. “Ist klar. Immerhin hat sich unser Auftrag seit zwei Jahren nicht geändert: “sucht nach Überlebenden, haltet Ausschau nach Anzeichen der pflanzlichen Regeneration, tötet alle Vampire die ihr trefft, findet neue Nahrungsmittel, bleibt am Leben” Sie seufzte gelangweilt. Mark grinste und sah auf seinen Kompass. “Ich möchte Das Waldstück von letzter Woche nochmal in Augenschein nehmen. Vielleicht finden wir dort irgendetwas Aufregendes. Außerdem wird uns die Waldluft gut tun.” Markus stöhnte. “Das bedeutet einen 15 Kilometer Fußmarsch.” Mark zuckte mit den Achseln. “Na dann los. Je länger wir rumstehen desto länger sind wir in dieser Gluthitze.” Murrend setzten sie sich in Bewegung.

Während der ganzen Wanderung sagte keiner ein Wort. Schwitzend von der Hitze und dem Gewicht ihrer Ausrüstung liefen sie durch die Wüste. Der Kies, der das Leder ihrer Stiefel schon zerkratzt und an manchen Stellen schon abgelöst hatte gab bei jedem Schritt nach und ließ sie in den Boden einsinken was das Gehen zusätzlich erschwerte. Endlich erreichten sie völlig nassgeschwitzt und Erschöpft den Rand der Wüste. Der Kies wurde weniger und das Laufen auf nacktem Stein ging bedeutend schneller voran. Endlich erreichten sie das erste zaghafte Grün. Auch wenn es nur ein paar kleine äußerst zähe Grashalme waren, Mark freute sich. Als er letzte Woche vorgeschlagen hatte das Gebiet im Süden zu erkunden, hatte man ihn für verrückt gehalten. Schließlich war die Atombombe die die gesamte Stadt in eine Wüste aus rotem Sand verwandelt hatte angeblich im Süden eingeschlagen. Doch als er vor vierzehn Tagen den gigantischen, gläsernen Krater etwa dreißig Kilometer im Osten entdeckt hatte war eine Erkundung des Südens wieder im Gespräch. Letzte Woche hatten sie dann diesen Wald entdeckt. Der Rat war außer sich. Pflanzliches Leben, und das nur einen fünf Stunden Marsch vom Bunker entfernt! Kaum war am nächsten Tag die Sonne aufgegangen marschierten vier Teams los. Zwei Kampftrupps und zwei Teams von Wissenschaftlern. den ganzen Tag wurde gemessen, analysiert und jedes noch so kleine Quäntchen an Information sofort per Funk in den Bunker übermittelt. Doch am Ende des Tages gab es ein einziges nieder-schmetterndes Ergebnis: Alles was dort wuchs war Radioaktiv verseucht. “Fehlschlag” – eine weitere Aktennotiz, und Team Foxtrott wurde wieder losgeschickt. Gleiche Mission, gleiches Ziel.

Erschöpft warf Mark seinen Rucksack ins Gras, lehnte sich an einen Baumstamm und nahm einen tiefen Zug aus seiner Feldflasche. Die anderen taten es ihm gleich. “Ich würde zu gerne mal in den Wald gehen.” Mark sah die anderen an. “Es reizt mich einfach zu sehen was da noch ist.” Nikki sah ihn langsam an. “Was soll da denn noch sein? Radioaktive Bäume, verstrahltes Moos und verseuchte Sträucher. Mehr ist da nicht.” – “Markus grinste.“Vielleicht sucht er ja nach einem Mutentenbaum. Einer den er dann als Bonsai Mückenfänger abrichten kann.” Steve schwieg und blickte angestrengt in den Wald. “Du weist das es verboten ist, den Wald zu betreten. Seit der Rat von dem toten Vampir erfahren hat, den Team Jota am Waldrand gefunden hat. haben die Kampftrupps strikte Anweisung den Wald nicht zu betreten und die Wissenschaftler setzen ohnehin keinen einzigen Fuß da rein.” Mark nickte. “Das weiß ich. Aber wir sind kein Kampftrupp sondern ein Aufklärungsteam.” – “Und was ist mit dem Vampir?” Markus deutete den Waldrand entlang. “Was ist wenn die dort drinnen ein Lager haben? So wie das In unserer ehemaligen Hauptstadt? Versteckt im Wald – da würde keiner Auf die Idee kommen zu suchen. Im Gegenteil. Leute die den Wald erkunden werden gefangen genommen und dem Lager integriert oder gleich ausgesaugt und getötet. Ich für meinen Teil habe keine Lust in ein künstliches Koma versetzt zu werden und mit irgendwelchen Blutproduzierenden Medikamenten vollgepumpt zu werden. Ich will keine lebende Nahrungsquelle für irgendeinen Vampir werden!” Mark winkte ab. “Der Vampir war tot, Markus. Und es war nicht die Sonne die ihn getötet hatte. Seine Haut am Rücken war zwar bis zum Rückgrat komplett verbrannt, aber das war nicht durch “Sonneneinstrahlung” wie es in den Berichten steht. Sein Hals und seine Arme waren unversehrt.” Nikki zweifelte. “Woher willst du das wissen? Hast du den Körper gesehen?” Mark schüttelte den Kopf. “Nein. Den Körper selber nicht. Aber die Fotos die der Teamführer von Team Jota gemacht hat. Es war eine kreisrunde Verbrennung. Wie als wenn jemand mit einem riesigen Vergrößerungsglas Sonnenlicht auf einen Punkt gebündelt hätte. Was immer diesen Vampir getötet hat. Es ist in diesem Wald. Und wenn wir es finden, bedeutet das eine Woche lang ausspannen und doppelte Nahrungsrationen.” Nikki zweifelte noch immer. “Und was WENN im Wald ein Hort von Vampiren ist? Wenn wir da drin auf eine Gruppe von Vampiren stoßen und uns verteidigen müssen? Wir sind ein vierköpfiges Team mit mittlerer Bewaffnung. Wir haben keine UV Waffen, jeweils vier Magazine mit je dreißig Schuss plus zwei Magazine mit je sieben Schuss für unsere Handwaffen und drei Granaten. Wenn unsere Munition verschossen ist haben wir nur noch unsere Messer. Und dann wird nur Opa derjenige sein der sich wirklich verteidigen kann.” Markus sah zu Boden, dann wieder auf Nikki. “Erstens ist nicht gesagt das da drin überhaupt Vampire sind. Zweitens: Kuck dir mal die Bäume an. Das sind dünnstämmige kränkliche kleine Bäume. Wenn es hart auf hart kommt, Sprengen wir eine kleine Lichtung auf die Sonne fällt. Dann kämpfen wir nicht mehr gegen Vampire, sondern mehr oder weniger gewöhnliche Menschen. Du weist das Vampire im Sonnenlicht ihre Kräfte nicht einsetzen können. Drittens: Falls wir etwas finden können was uns gegen den Kampf gegen diese Monster hilft, dann denke ich dass wir dazu verpflichtet sind es zu suchen. Immerhin sind wir ein Aufklärungsteam.” Er hielt inne. “Wie dem auch sei. Es wäre ein Regelverstoß. Daher kann ich euch keinen Befehl geben. Aber ich frage euch wer von euch mich freiwillig begleiten würde.” Markus sah langsam von Nikki zu Markus und weiter zu Steve. Jeder schnürte seine Ausrüstung wieder fest und stand auf. “Markus grinste. “Gut. ich verspreche euch dass wir etwas finden!” Sie schlugen eine Richtung am Waldrand entlang ein und Marschierten los.

Nach etwa einer Stunde Fußmarsch blieb Markus stehen. “Das gibt es doch nicht!” Er fasste Nikki an der Schulter und deutete auf ein kleines Stück in den Wald hinein. Erst sah man nur den von Moos bedeckten Waldboden doch dann sah man etwas glitzern. “Wasser!” Nikkis Ruf veranlasste auch Mark genauer hinzusehen. Dann, langsam, liefen sie auf die Stelle zu aus der das glitzern kam. Tatsächlich. Wasser. Ein kleiner Teich von etwa einem halben Meter Durchmesser hatte sich auf dem feuchten Waldboden gebildet. Ein kleines Rinnsal versorgte die Pfütze mit genug Wasser dass diese nicht austrocknete. Das kristallklare Wasser lies einen bis auf den etwa zwanzig Zentimeter tieferen Grund sehen, auf dem man kleine Wasserpflanzen sehen konnte. “Eine Pfütze” kommentierte Steve. “Das ist keine Pfütze. Nikki bückte sich und tauchte einen Finger in das kühle Nass. “Das ist ein natürlicher Teich. Sie tauchte die Hand in das Wasser, schöpfte etwas Wasser daraus, und ließ es durch die Finger rinnen. “Wir brauchen eine Probe.” Mark zog seine Feldflasche heraus und öffnete sie. Nehmt eure Feldflaschen. Ich gebe euch mein restliches Wasser, dann nehme ich eine Probe.” Steve und Markus gaben Mark ihre Flaschen und er verteilte sein Wasser. Dann tauchte er seine Feldflasche in den Teich und sah zu wie die Luftblasen entwichen und die Flasche sich langsam mit dem Wasser aus dem Teich füllten. Als die Flasche gefüllt war, verschloss er sie und Befestigte sie wieder an seinem Gurt. Er deutete auf das Rinnsal. “Ich schlage vor wir folgen dem mal und schauen wo das herkommt.” Sie zogen ihre Waffen und begaben sich langsam tiefer in den Wald, dem Wasser folgend.

Ihre Waffen im Anschlag, bereit auf jede noch so kleine Bedrohung zu schießen folgten sie dem Wasser. “Das ist komisch.” Opa zeigte auf die plätschernde Flüssigkeit. “Was ist komisch, Opa?” Markus’ blick schweifte über das Wasser zu Steve. “Normalerweise wird fließendes Wasser zu seiner Quelle hin weniger, nicht mehr. Doch mittlerweile hat sich die Menge die hier fließt fasst verdoppelt.” Nikki sah nach unten. “Das stimmt. Das Wasser wird mehr.” Mark schüttelte den Kopf. “Und? Unterwegs wird das Wasser eben vom Waldboden Aufgesogen, versickert oder verdunstet.” Steve lächelte leicht. “So einfach ist das nicht. Wasser fließt immer nach unten und nimmt dabei den Weg des geringsten Wiederstandes. Entweder ist irgendwo etwas Großes passiert, das den ursprünglichen Fluss dieses Wassers verändert hat, oder die Quelle ist nicht natürlichen Ursprungs.” Mark sah Steve nachdenklich an. Das ist für mich ein weiterer Grund weiterzugehen. Wenn die Quelle nicht natürlichen Ursprunges ist, finden wir vielleicht weitere Überlebende.” Alle nickten zustimmend und sie setzten sich wieder in Bewegung.

Langsam veränderte sich der Wald. Das Grün wurde satter und die Vegetation wirkte gesünder. Dann sahen sie einen regelrechten Schnitt. Eine Schwelle. Auf der einen Seite, die Seite auf der sie sich befanden War der Wald immer noch leicht kränklich, wirkte heruntergekommen und trotz dem vielen grün immer noch  irgend-wie steril. Doch auf der anderen Seite war der Wald grün, gesund und erblühte in voller Pracht. “Was zum Teufel ist das?” Markus sah sich um. Wie kann das sein? Was ist hier los?” Langsam schritten sie zu der imaginären Linie. Auch der Boden war von dieser unsichtbaren Trennlinie betroffen. auf der einen Seite Moos und spärliche Grashalme auf der anderen Seite sattgrüne und dicht wachsende weiche Grashalme, Blumen und andere Pflanzen. Staunend gingen sie weiter. Das Anfängliche Rinnsal hatte sich mittlerweile zu einem kleinen Bach entwickelt über dem man sich breitbeinig Stellen konnte und in das man nicht treten konnte ohne sich nasse Füße zu holen. Das klare Wasser erweckte durchaus den Eindruck von Trinkwasser, doch alle vier wussten dass in dieser Umgebung nicht alles Gold war was glänzte. Die Wissenschaftler hatten beim Suchen nach Essbaren Pflanzen auch einige Beerensträucher entdeckt. Die Beeren hatten auch einen exquisiten Geschmack, das dumme war nur das wenn man mehr davon aß man sicherlich an einer Strahlenverseuchung sterben würde. Nichts was an der Oberfläche wuchs konnte man essen ohne krank zu werden.

“Hast du eine Ahnung was das hier verursachen kann?” fragte Nikki. “Ich habe absolut keine Ahnung. Aber das kann definitiv nicht natürlich sein. Irgendwer hat hier seine Finger im Spiel, und ich glaube nicht dass das Vampire sind.” Mark ließ sein Gewehr sinken, und sah zu Steve. Der hielt sein Scharfschützengewehr lässig auf der Schulter und lief hinter den anderen her. “Du scheinst das alles relativ locken zu nehmen Opa.” Steve grinste. “Lass es mich so sagen: Wenn ich das Ding hier einsetze, „ er klopfte auf sein Gewehr, “dann muss es schon sehr schlecht stehen, denn ich kann hier ohnehin nicht auf Entfernung schießen. Ich verlasse mich ganz auf euch.” Nikki war ihn einen bösen Blick zu. “Na danke. Das heißt wir dürfen uns auch um deinen Arsch kümmern?” “Na um deinen Knackarsch kümmere ich mich gerne.” Steve grinste Nikki an und die fuhr auf. “Du notgeiler alter S…“ – “RUHE!” Markus ruf lies alle verstummen. “Hört doch mal!” Totenstille herrschte unter den vieren und alle lauschten angestrengt in die Stille. “Da plätschert doch was!” Tatsächlich konnte man in der Ferne das rauschen von Wasser hören. Es klang nach viel Wasser. “Los Leute die Quelle muss da vorne irgendwo sein!” Mark lief los und zog sein Tempo an. Auch Markus. Nikki und Steve beschleunigten ihre Schritte. Das plätschern wurde lauter und langsam kam der Rand einer Lichtung in Sicht. Mit gezogenen Waffen, auf alles vorbereitet traten sie auf die Lichtung.

Was immer sie erwartet hatten, was sie sahen gehörte nicht dazu. Inmitten der Lichtung stand ein Haus. Ein Haus aus korrodiertem Metall. Auch wenn es nicht die Größe eines Wohnhauses hatte, es war ein Haus. “Sieht aus wie zwei nebeneinander gestellte Schiffscontainer.” Steve ging zu einer der Wände und klopfte gegen die Außenwand. Doch an Stelle eines dumpfen im inneren wiederhallenden Pochens hörte man nur das Klopfen von Steves Finger gegen eine massive Wand. “Ok es ist schon einmal kein Schiffscontainer.”

Das Haus maß an den Kanten entlang fünf Meter, und war etwa zwei Meter hoch. Es besaß ein Flachdach und schien von außen Komplett aus Stahl zu bestehen. Der Regen und die Witterung hatten die Wände unansehnlich rostbraun gefärbt doch an vielen Stellen schimmerte immer noch die Ursprünglich weiße Farbe hervor. Langsam gingen sie um das Gebäude herum und an der Rückseite fanden sie die Quelle des Wassers. Ein großes, an einen Hydranten erinnerndes Rohr spie einen Kraftvollen Strahl des kühlen Nasses auf einen Kanal direkt darunter. Der Kanal war allerdings so vollgestopft mit kleinen Ästen, Zweigen, Matsch und sonstigen Unrat dass das Wasser nicht mehr ablaufen konnte und sich im Laufe der Zeit ein kleiner Bach gebildet der das Wasser in den Wald ablaufen ließ.

“Ich will da rein.” Mark starrte Gedankenverloren auf das Rohr. “Ich will wissen was da drin ist. Und wo das Wasser herkommt.”. “Das kannst du vergessen!” Nikki war bereits um die Ecke gegangen und stand vor einer großen, stählernen Türe. “Das Ding bekommen wir bestimmt nicht durch Streicheleinheiten auf.” Mark strich über den Stahl und zuckte erschrocken zurück. “Das ist kein Stahl.” “Ach wirklich? Nikki klopfte gegen das Metall. “Sieht für mich aber verdammt danach aus.” Mark betrachtete seine Hand. “Warum ist es dann nicht kalt? So wie es eine Stahltüre für gewöhnlich ist?” Nikki sah ihn verständnislos an. Dann legte auch sie ihre Hand auf die Tür. “Warm…” Wieder klopfte sie an die Tür. Dreimal. So als ob sie hoffte irgendjemand würde sie öffnen. “Tja. wenn du da rein willst, solltest du dir entweder einen Schweißbrenner oder eine große Ladung Sprengstoff besorgen.” Sie grinste. Steve besah sie die Türe genauer. “Ich halte es für unklug da reinzugehen. Wer immer das gebaut hat will nicht dass irgendwer da reingeht.” Mark stöhnte. “Oh Man das war vielleicht mal so. Aber ich denke nicht das das JETZT immer noch so ist.” – “Und jetzt?” Steve zuckte mit den Schultern. Was willst du machen? dich hinstellen und >Sesam öffne dich< sagen?” Ein Piepsen von der Türe ertönte. “Codewort akzeptiert” ertönte eine Computerstimme. “Identität bestätigen” Die Vier drehten sich mit einem Schlag um, ihre Waffen im Anschlag und zielten in die Richtung aus der die Stimme ertönte. Ein in die Tür eingelassenes Stück fuhr nach oben und ein kleines Display mit einem Handabdruck fuhr heraus. “Ok. Irgendjemand hat hier einen ganz eigenartigen Humor.” Markus ging langsam auf das Terminal zu. Er betrachtete das Display und den Handabdruck-Scanner. Langsam nahm er eine Hand von der Waffe und legte sie auf den in das Display eingelassene Kunststoff. “Was soll denn das?” Markus klang ungeduldig. “Du glaubst doch nicht ernsthaft dass…” Auf einmal schnellten zwei ausgesparte Metallplatten von den Seiten des Scanners nach oben und schlossen sich um das Handgelenk von Mark. Erschrocken versuchte dieser seine Hand zu befreien doch es war vergebens. “Scheiße! HELFT MIR!” Mark schrie in Panik auf und riss an dem Gerät. Auch Nikki und Steve stürmten auf Mark zu und begannen an seinem Arm zu zerren. Mark schrie vor Schmerz auf als das scharfe Metall in sein Gelenk schnitt. Blut rann über seine Finger und tropfte auf den Scanner. “Spezies: Mensch, männlich. Alter 33 Jahre. Blutwerte: Normal. Keine Anzeichen von Valiskörperchen entdeckt. Zugang gemäß Notfallprotokoll Rot-Rot Eins gestattet!” Die Metallplatten schnellten zurück und Mark, Steve und Nikki fielen durch den plötzlich fehlenden Wiederstand nach hinten ins Gras. Das Terminal fuhr in die Tür zurück und mit einem kratzenden Geräusch für die Tür einen guten halben Meter nach innen und zur Seite. Als Mark und die anderen sich wieder aufgerafft hatten traten sie an den nun offenen Eingang. “Was zum Geier war das?” Mark konnte durch die Öffnung in einen kleinen Gang sehen, der sich etwa einen Meter in das Gebäude erstreckte. Die Wände waren mit Stahlbeton ausgekleidet und nun konnten sie sehen warum die Stahlhaut des Gebäudes von außen so massiv geklungen hatte. Das gesamte Innere des Gebäudes schien mit Beton aufgefüllt worden zu sein bis auf diesen Gang und die Türe. In der gedachten Mitte des Raumes befand sich eine Treppe die nach unten führte. Lichter brannten in regelmäßigen Abständen an den Wänden und Beleuchteten den Abstieg. Mark drehte sich zu den anderen. “Und jetzt?” Mark sah alle der Reihe nach an. “Hey, lass mich da raus.” Markus wehre ab. Wenn ihr da rein wollt, bitte. Ich setz da keinen Fuß rein.” Steve drückte Markus sein Gewehr in die Hand und nahm Markus sein Sturmgewehr ab. “Ich geh mit rein. Wenn unser Milchbubi in Schwierigkeiten geraten sollte braucht er jemanden mit Erfahrung der ihm die Flasche hält.” Er grinste und wich Marks gespieltem Schlag mit dem Kolben aus. Auch Nikki gesellte sich zu ihnen. Mark sah Markus an. “Ohhhh nein. wenn ihr da drinnen auf Vampire treffe sitz ich hier draußen und freue mich kein Futter geworden zu sein. Ich geb euch Rückendeckung wenn ich was höre oder sehe…” er ließ den Satz unvollendet und klopfte sich auf die Brusttasche. Die anderen Nickten und zogen ihre Ohrhörer aus ihren Taschen. Sie stellen an dem Gerät den winzigen Regler auf Drei. “Kanal drei, Markus. Wir melden uns alle zehn Minuten.” Markus nickte, und damit verschwanden die drei in der Dunkelheit des Gewölbes.